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Hirsutismus (hirsutus lat. borstig, struppig)
bezeichnet die verstärkte Behaarung der Frau entsprechend dem männlichen
Behaarungsmuster. Dabei kommt es unter dem Einfluss männlicher Sexualhormone
zu einer Umwandlung von Vellushaaren in sichtbare, dicke Terminalhaare.
Normalerweise beschränkt sich dies bei der Frau auf das Schamdreieck
und die Achselhöhlen. Demgegenüber kommt es beim Hirsutismus
zu einer vermehrten Behaarung von Oberlippe, Kinn und Wangen (Damenbart),
Oberschenkelinnenseiten und Brust.
Für einen Hirsutismus verantwortlich sind entweder eine verstärkte
Wirkung der männlichen Sexualhormone im Gewebe oder seltener eine
zu hohe Produktion von Sexualhormonen in der Nebenniere oder den Eierstöcken.
Ursachen des Hirsutismus
1. Familiär:
vor allem bei Südländerinnen hat ein leichter Hirsutismus oft
keinen krankhaften Grund.
2. Polyzystisches Ovar-Syndrom:
Verstärkte Produktion von männlichen Sexualhormonen durch die
Eierstöcke. Nebst einem verstärkten Haarwachstum bestehen typischerweise
auch Störungen im Menstruationszyklus (bis hin zum Fehlen der Monatsblutung),
Kinderlosigkeit und Uebergewicht. Im der Ultraschalluntersuchung lassen
sich zahlreiche kleine Zysten in den Ovarien nachweisen.
3. Adrenogenitales Syndrom (AGS): Durch einen Enzymdefekt
der Nebenniere kommt es zu einer verminderten Produktion von natürlichem
Kortisol. Durch dessen Mangel kurbelt das Steuerungszentrum im Gehirn (Hirnanhangsdrüse)
ersatzweise auch die Androgenproduktion an. Das adrenogenitale Syndrom kann bereits
in der Kindheit mit Vermännlichung des weiblichen Genitale oder erst im Erwachsenenalter
mit Hirsutimus auftreten.
4. Androgenproduzierender Tumor der Eierstöcke
oder der Nebenniere: Wenn der Hirsutismus innert
kurzer Zeit einsetzt, vor allem wenn weitere Vermännlichungszeichen
(tiefe Stimme, Akne, Haarausfall, Klitorisver-grösserung) und Störungen
des Menstruationszyklus dazukommen, muss ein Tumor ausgeschlossen werden.
Transsexualität
Bei der Transsexualität besteht die
Ueberzeugung, dass die erkennbare Geschlechtszugehöhrigkeit falsch
ist. Von einer Mann- zu- Frau-
Transsexualität spricht man, wenn eine Person mit männlichen
Genen eine Geschlechtsumwandlung zur Frau vollzieht. Diese Umwandlung
ist ein jahrelanger Prozess und erfordert die Zusammenarbeit verschiedenster
Spezialisten (Psychiater, Hormonspezialist, Plastischer Chirurg, Dermatologe).
Zuerst braucht es ein psychiatrisches Gutachten, eine Hormonbehandlung und dann
erst die Operation (Entfernung des männlichen Genitale mit Konstruktion einer
Vagina, eventuell Brustaufbau). Für die meisten Transsexuellen ist der Bartwuchs
ein grosses Problem, da dieser durch die Hormonbehandlung nicht vollständig
unterdrückt werden kann. Neue Haarentfernungstechniken haben hier einen grossen
Fortschritt gebracht.
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