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Wenn wir an unsere haarigen Vorfahren denken, deren volles
Haarkleid noch eine vielfältige und wichtige Schutzfunktion hatte
- es schützte die Haut am ganzen Körper vor Witterungseinflüssen
und Fluginsekten - so ist im Laufe der Entwicklung nicht mehr viel übrig
geblieben.
Unser Körper ist zwar immer noch behaart (mit Ausnahme
der Fusssohlen, der Handinnenflächen und einiger Teile des Genitalbereichtes),
aber es ist nurmehr das Kopfhaar, das - soweit vorhanden - die Haut vor
ultraviolettem Licht schützt.
Dennoch kann das Haar für uns auch heute noch von grosser Bedeutung
sein. Die Wichtigkeit, die vornehmlich der sichbaren Kopfbehaarung eingeräumt
wird, ist soziokulturell verankert und wurzelt im Psychologischen. Dabei
ist die Wertigkeit je nach Zusammenhang verschieden. Haar kann zum Aushängeschild
für Jugendlichkeit, Berufs- und Erfolgsorientierung werden. Der Stellenwert
des Kopfhaares ist über die Jahrhunderte hinweg sowohl an den Bemühungen
zu erkennen, Haarverlust zu verhindern oder zu verdecken, als auch an
der sozio-ökonomischen Bedeutung der heutigen haarkosmetischen Industrie.
Andererseits wird in bestimmten Kulturkreisen der männliche
Haarverlust auch mit mit Reife, Weisheit und Männlichkeit assoziiert
und kann damit als attraktiv empfunden werden. Somit muss jeder selbst
entscheiden, welche Bedeutung er dem anlagebedingten Haarausfall beimisst.
Der Wunsch vieler Männer etwas gegen den Haarverlust
zu unternehmen hat seit jeher dazu verleitet alles Mögliche (und
Unmögliche) auszuprobieren und so auch das Terrain für jegliche
Formen der Scharlatanerie geebnet.
«Haarwuchsmittelchen» haftet deshalb ein schechter
Ruf an und sie gelten als unseriös. Es geht nun darum zwischen «Es
ist ja sowieso nichts zu machen», der totalen Resignation und dem
hoffnungsvollen und trügerischen Ausprobieren eines jeden neuen Wässerchens,
das auf den Markt kommt, eine vernünftige Position in der Behandlung
des Haarverlusts einzunehmen.
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